
Tarifvertrag öffentlicher Dienst 2025: Gehaltserhöhung & Termine
Kaum ein Thema bewegt Beschäftigte in Bund, Ländern und Kommunen so sehr wie die Frage nach mehr Gehalt. Der Tarifabschluss 2025 bringt konkrete Zahlen – die erste Erhöhung ist bereits zum 1. April in Kraft getreten, und dieser Überblick zeigt die gestaffelten Entgeltsteigerungen, neuen Tabellen und wichtigsten Termine.
Erhöhung ab 1. April 2025: 3,0 % (mindestens 110 €) ·
Erhöhung ab 1. Mai 2026: 2,8 % ·
Jahressonderzahlung (VKA) ab 2026: erhöht ·
Laufzeit des Tarifabschlusses: April 2025 – Dezember 2026 (voraussichtlich)
Kurzüberblick
- 1. April 2025: erste Erhöhung wirksam
- 1. Mai 2026: zweite Erhöhung
- Ab 2026: erhöhte Jahressonderzahlung VKA
- Voraussichtlich 2026: nächste Tarifrunde (Öffentlicher-Dienst.Info)
- Friedenspflicht endet mit Ablauf des Tarifvertrags (Öffentlicher-Dienst.Info)
Die Eckdaten auf einen Blick – eine Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen des Abschlusses zusammen.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Tarifparteien | BMI (Bund), VKA (Kommunen), TdL (Länder) vs. ver.di, dbb, GEW |
| Abschlussdatum | April 2025 (nach Verhandlungen) |
| Laufzeit | Vom 1. April 2025 bis voraussichtlich Ende 2026 |
| Erhöhungsschritte | 3,0 % (2025) + 2,8 % (2026) |
| Mindestbetrag | 110 € monatlich |
| Betroffene Beschäftigte | ca. 132.000 Bund + 2,6 Mio. Kommunen (BMI) |
| Ausbildungsentgelte | +75 € ab April 2025, weitere +75 € ab Mai 2026 (dbb) |
| Zulagenanpassung | +3,11 % ab April 2025, +2,8 % ab Mai 2026 (dbb) |
| Schichtzulage (ab 1.7.2025) | 100 € ständige Schicht, 200 € Wechselschicht (dbb) |
| Gewerkschaftsforderung | 8 % bzw. mindestens 350 € bei 12 Monaten Laufzeit (BMI) |
Wann ist die nächste Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst 2025?
Welche Stichtage gelten für TVöD und TV-L?
- Für den TVöD (Bund und VKA) gilt der 1. April 2025 als erster Erhöhungstermin: +3,0 %, mindestens 110 € (BMI).
- Die zweite Stufe folgt am 1. Mai 2026 mit +2,8 % (dbb).
- Der TV-L (Länder) hat eigene Termine: erste Erhöhung zum 1. Februar 2025 (Öffentlicher-Dienst.Info).
Die Verhandlungen für den TVöD zogen sich über drei Runden im Januar, Februar und März 2025 hin (BMI). Die Schlichtung Ende März brachte dann den Durchbruch.
Was das bedeutet: Wer nach TVöD bezahlt wird, hat die erste Erhöhung bereits im April erhalten – rückwirkend zum 1. April 2025. Die zweite Stufe folgt planmäßig im Mai 2026.
Wie hoch wird die Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst im Jahr 2025 ausfallen?
Wie hoch ist der Mindestbetrag?
- Die lineare Erhöhung beträgt 3,0 %, mindestens aber 110 € monatlich (BMI).
- Dieser Sockelbetrag stellt sicher, dass auch untere Entgeltgruppen prozentual mehr bekommen (dbb).
Wie hoch ist die Erhöhung für höhere Entgeltgruppen?
- Es gibt keine prozentuale Obergrenze – wer über dem Sockel liegt, erhält exakt 3,0 %.
- Beispiel: Bei einem Tabellenentgelt von 4.000 € sind das +120 €, bei 6.000 € +180 € (BMI).
Der Hebel: Der Mindestbetrag von 110 € wirkt wie eine progressive Komponente – die unteren Gehaltsgruppen bekommen einen höheren relativen Aufschlag als die oberen.
Wann kommt die nächste Tariferhöhung TVöD?
Was gilt für den TVöD Bund?
- Erste Stufe: 1. April 2025 (+3,0 %, mind. 110 €).
- Zweite Stufe: 1. Mai 2026 (+2,8 %) (BMI).
Was gilt für den TVöD VKA?
- Gleiche Termine wie der Bund (dbb).
- Zusätzlich: ab 2026 eine erhöhte Jahressonderzahlung (Öffentlicher-Dienst.Info).
Die Krux: Der TV-L (Länder) tickt anders – hier gibt es bereits zum 1. Februar 2025 eine Anpassung. Wer zwischen Bund und Land wechselt, muss die unterschiedlichen Tabellen beachten. Weitere Details zur Entgeltstruktur finden Sie im Artikel TVöD Pflege Tabelle 2024: Entgelttabelle und Rechner.
Gibt es im Juli 2025 eine Gehaltserhöhung?
Welche Erhöhungen gibt es stattdessen?
- Nein, für den öffentlichen Dienst ist im Juli 2025 keine allgemeine Gehaltserhöhung vorgesehen (BMI).
- Die nächste Erhöhung ist der 1. April 2025 gewesen.
- Einzig die Schichtzulagen werden zum 1. Juli 2025 angehoben: auf 100 € (ständige Schicht) bzw. 200 € (Wechselschicht) (dbb).
- Ein Mindestlohnanstieg im Juli 2025 betrifft nicht die Tarifbeschäftigten – hier greifen die eigenen Tabellen.
Fazit: Wer im Juli eine Gehaltssteigerung erwartet, schaut auf leere Hände – bis auf die genannten Zulagen ändert sich nichts bis April 2026 (bzw. Mai 2026 für die zweite Stufe).
Wird es 2026 eine neue Gehaltsvereinbarung für den öffentlichen Dienst geben?
Welche weiteren Änderungen sind ab 2026 geplant?
- Der aktuelle Tarifabschluss sieht eine zweite Stufe zum 1. Mai 2026 vor (+2,8 %) (dbb).
- Eine neue Verhandlungsrunde wird voraussichtlich 2026 beginnen, sobald die Friedenspflicht endet (Öffentlicher-Dienst.Info).
- Die Jahressonderzahlung wird für VKA-Beschäftigte ab 2026 erhöht (BMI).
Der Ausblick: Die Gewerkschaften werden 2026 mit einer neuen Forderung in die nächste Runde gehen – die Basis dafür wird das Ergebnis der zweiten Stufe sein. Ob es dann eine vorzeitige Einigung gibt, ist offen.
Welche Änderungen gibt es bei der Jahressonderzahlung?
Wie hoch ist die Sonderzahlung ab 2026?
- Für VKA-Beschäftigte steigt die Jahressonderzahlung ab 2026 (BMI).
- Die genauen Beträge sind in der Entgelttabelle festgelegt – je nach Entgeltgruppe steigt der Sockel (Öffentlicher-Dienst.Info).
- Für den Bund bleibt die Sonderzahlung unverändert (dbb).
Weshalb das wichtig ist: Die Sonderzahlung ist ein jährlicher Einmalbetrag – bei VKA-Beschäftigten kann die Erhöhung ab 2026 mehrere hundert Euro brutto mehr ausmachen.
Zeitleiste der Tarifrunde 2025/2026
- – Erste Verhandlungsrunde (BMI)
- – Zweite Runde (BMI)
- – Dritte Runde plus Schlichtung (BMI)
- – Erste Tariferhöhung: +3,0 %, mindestens 110 € (TVöD Bund und VKA)
- – Erhöhung der Schichtzulagen (dbb)
- – Zweite Tariferhöhung: +2,8 % (TVöD Bund und VKA)
- – Erhöhte Jahressonderzahlung für VKA-Beschäftigte
- – Beginn der nächsten Tarifverhandlungen (Öffentlicher-Dienst.Info)
Bestätigte Fakten
- Die Erhöhung um 3,0 % zum 1. April 2025 ist vertraglich festgelegt (BMI).
- Die Erhöhung um 2,8 % zum 1. Mai 2026 ist vertraglich festgelegt (dbb).
- Die Mindesterhöhung von 110 € gilt für alle Entgeltgruppen (BMI).
Was unklar ist
- Ob es 2026 zu einer vorzeitigen Neuverhandlung kommt.
- Die genaue Höhe der Jahressonderzahlung für Jahre nach 2026.
- Wie die neuen Zulagen in allen Kommunen umgesetzt werden (GEW NRW).
- Ausbildungsentgelte: Anstieg um 75 € ab April 2025 und weitere 75 € ab Mai 2026 – ob dies in allen Bereichen einheitlich umgesetzt wird (dbb).
- Schichtzulagen: Erhöhung auf 100 € bzw. 200 € zum 1. Juli 2025 – regionale Abweichungen möglich (dbb).
Stimmen zum Tarifabschluss
„Der Abschluss ist ein hart erkämpfter Kompromiss, der den Beschäftigten spürbare Verbesserungen bringt – aber nicht alle Forderungen erfüllt.“
GEW NRW (GEW NRW)
„Die Tabellenentgelte steigen rückwirkend zum 1. April 2025 um 3,0 Prozent, mindestens aber um 110 Euro monatlich. Eine zweite tabellenwirksame Erhöhung folgt ab dem 1. Mai 2026 um weitere 2,8 Prozent.“
Bundesministerium des Innern (BMI)
Eine detaillierte Aufschlüsselung der Entgelttabellen für den Bereich Bund und Kommunen bietet der Artikel zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst.
Häufig gestellte Fragen
Bekomme ich rückwirkend Gehalt für April 2025?
Ja. Die Erhöhung gilt zum 1. April 2025, die Auszahlung erfolgt mit dem nächsten Gehalt nach der Einigung – in der Regel rückwirkend für April und Mai 2025 (BMI).
Sind Beamte von der Tariferhöhung betroffen?
Nein. Beamte erhalten keine automatische Tariferhöhung. Die Anpassung der Besoldung erfolgt gesondert durch den Gesetzgeber (dbb).
Wie berechne ich mein neues Gehalt mit dem TVöD 2025?
Sie multiplizieren Ihr bisheriges Tabellenentgelt mit 1,03 (für 2025) und achten auf den Mindestbetrag von 110 €. Ab Mai 2026 dann ×1,028 (Öffentlicher-Dienst.Info).
Gilt die Erhöhung für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst?
Sie gilt für alle Tarifbeschäftigten nach TVöD (Bund und VKA). Für Länderbeschäftigte (TV-L) gibt es separate Termine (BMI).
Wann wurden die Tarifverhandlungen abgeschlossen?
Die Einigung erfolgte nach der Schlichtung Ende März 2025, die endgültige Unterzeichnung im April (BMI).
Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV-L?
TVöD gilt für Bund und Kommunen, TV-L für die Länder. Die Tabellen und Stichtage unterscheiden sich. Die Länderverhandlungen finden oft zu anderen Zeitpunkten statt (Öffentlicher-Dienst.Info).
Für die rund 2,7 Millionen Tarifbeschäftigten in Bund und Kommunen ist der Abschluss 2025 ein messbarer Schritt nach oben – mit gestaffelten Erhöhungen, gezielten Zulagen und einer verbesserten Jahressonderzahlung für VKA-Beschäftigte. Die nächste Verhandlungsrunde 2026 wird zeigen, ob dieser Kompromiss als Basis für weitere Steigerungen dient oder ob die Gewerkschaften nachlegen. Der Abschluss sichert den öffentlichen Dienst als Arbeitgeber: Die April-Erhöhung ist bereits im Geldbeutel angekommen – die Mai-2026-Erhöhung ist fest eingeplant, aber noch nicht ausgezahlt.